“Früher ist die ganze Familie mitgefahren.”

14. Oktober 2020
Binnerschiffer Jörg Lüpkes / © Thorsten Bruns

Jörg Lüpkes ist Binnenschiffer mit Leib und Seele. Wie er diesen exotischen Beruf mit dem Familienleben vereinbart, verrät er uns hier.

Frage:
Der Druck in der Logistikbranche ist hoch, Ihre Arbeitswoche hat oft sieben Tage. Bleibt da noch Zeit für Familie?

Antwort:
Ja schon, aber natürlich zu wenig. Früher ist die Familie mitgefahren. Aber irgendwann wollten wir sesshaft werden, mit Haus und Garten – natürlich hier in der Region, ich bin in Oldenburg aufgewachsen. Das war auch richtig so. Das bedeutet aber natürlich, dass man sich weniger sieht.

Frage:
War es mit Familie an Bord denn nicht beengt?

Antwort:
Nein, eigentlich nicht. Wir haben eine 60-Quadratmeter-Wohnung mit allem Drum und Dran. Vorn im Bug ist noch eine zusätzliche Unterkunft für Mitarbeiter. Damit kommt man gut zurecht.

© Thorsten Bruns
Am Steuerrad / © Thorsten Bruns

Zutaten


Zubereitung


Frage:
Hat die Familie denn Verständnis dafür, dass Sie sie so viel weg sind?

Antwort:
Voll und ganz. Wir sind ein Familienbetrieb, schon in der 4. Generation – da war immer klar, dass Binnenschifffahrt eine große Rolle spielt. Und so schlecht kann der Eindruck nicht gewesen sein. Mein Bruder hat diesen Job nämlich auch übernommen; er ist eben direkt vor mir durch die Schleuse gefahren.

Frage:
Fühlt man sich denn mal allein, wenn man so lange an Bord ist und die Familie weit weg?

Antwort:
Klar, kommt vor. Aber immerhin ist unsere Mischlingshündin Bella mit an Bord, das ist ein äußerst lebendiges Stück Zuhause. Und außerdem ist immer viel zu tun, langweilig wird’s nicht!

 

Jörg Lüpkes mit seinem Mitarbeiter / © Thorsten Bruns

Frage:
Gibt es denn zumindest Urlaub, den man gemeinsam verbringen kann?

Antwort:
Ja, natürlich! Und wissen Sie, was wir am liebsten machen? Kreuzfahrtreisen! Von Schiffen können wir alle nicht genug kriegen. Urlaub an der Ostsee oder Mosel finden wir natürlich auch gut. (lacht)

Frage:
Wo lassen Sie denn Ihr Schiff, wenn es in den Urlaub oder zur nächsten Familienfeier geht?

Antwort:
Eigentlich immer dort, wo ich einen Liegeplatz finde. Häufig aber im Hafen in Dörpen, das ist der Dreh- und Angelpunkt für die MS Saturn.

Herr Lüpkes, wir danken für das Gespräch!

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