Wald im Wandel

© Niedersächsische Landesforsten

Zwischen Ganderkesee und Hude liegt eines der beliebtesten Naherholungsgebiete des Oldenburger Lands – der Hasbruch. Bekannt wurde das Waldgebiet vor allem durch die mächtigen Eichen, die es prägten. Star unter den Bäumen ist deshalb auch heute noch die Friederikeneiche, die sich im „Urwald“ des insgesamt 627 Hektar großen Naturschutzgebietes befindet und schon ca. 1.200 Jahre hinter sich gebracht hat.

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Doch wie reagieren Flora und Fauna des Hasbruchs auf die Wetterextreme der letzten Jahre?

Die Rekordsommer haben nicht nur der Landwirtschaft Probleme bereitet. Auch die Wälder hatten zu kämpfen. Neben der hohen Waldbrandgefahr drohte den Bäumen auch ein verstärkter Insektenbefall. „Unsere, zum Glück wenigen, Fichten litten verstärkt unter Borkenkäfern“, berichtet Revierförster Jens Meier.

© Niedersächsische Landesforsten, Revierförster Jens Meier

Die Eichen seien von der sogenannten ‚Frühjahrsfraßgesellschaft‘ – Raupen verschiedener Schmetterlingsarten – sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Trockenheit brachte die Bäume an ihre Grenzen und schwächte sie in ihrer Vitalität. Buchen in exponierten Lagen warfen zum Beispiel frühzeitig ihre Blätter ab. Jens Meier und seine Mitarbeiter waren deshalb noch häufiger als sonst im Wald unterwegs, um Schäden zu dokumentieren und zu beseitigen. Im Urwald gehe letzteres allerdings nicht, berichtet der Revierförster: „Hier hat die natürliche Waldentwicklung Vorrang.“

Die neuen Eichen haben es gut überstanden

Aufatmen dagegen beim Eichennachwuchs, der zu Tausenden im bewirtschafteten Teil des Hasbruch gepflanzt worden war. In weiser Voraussicht waren etwas größere Exemplare bis zu 50 cm tief in den Boden gesetzt geworden. Da in der in der Tiefe mehr Feuchtigkeit gespeichert ist, haben sie die trockenen Sommer gut überstanden. Ohne solche Pflanzungen wären die Eichenlebensräume im Hasbruch irgendwann Vergangenheit, berichtet Jens Meier: „Ein Blick in den Urwald genügt, um die Folgen der Nichtbewirtschaftung zu erkennen, denn dort gibt es kaum noch Eichen; sie wurden nach und nach von Buchen überwachsen.“

© Niedersächsische Landesforsten

Die Salamander trifft es besonders

Im Hasbruch leben auch die seltenen Feuersalamander. Die auffallend gemusterten Amphibien lieben die Naturbelassenheit des Urwalds. Sie finden hier – in ihrem nordwestlichsten Vorkommen – einen idealen Lebensraum. Aber die vielen Sonnenstunden hatten auch für sie Schattenseiten parat. Die Gewässer, in denen sich die Jungtiere normalerweise entwickeln, waren in den letzten beiden Sommern ausgetrocknet. Damit der Bestand nicht weiter schrumpft, muss also dringend mal wieder ein weniger trockener Sommer her.

Worauf Besucher (nicht nur) im Sommer achten sollten

Der Respekt vor der Natur, den Naturschutzauflagen und den Waldhütern hat in den letzten Jahren leider abgenommen. „Gebote werden nicht eingehalten, Verbote missachtet, aggressive Reaktionen nehmen zu“, ist von den Waldhütern zu hören. „Dabei bräuchten Schutzgebiete wie der Hasbruch vor allem auch den Schutz von den Besuchern. Besonders wichtig: Das Rauch- und Feuermachverbot von März bis Oktober! Es wäre schön, wenn die Waldbesucher wieder respektvoller mit diesem hochsensiblen Ökosystem, aber auch mit den Menschen, die hier arbeiten und alles für den Erhalt tun, umgingen.“

Mehr Informationen zum Naturschutzgebiet Hasbruch unter hasbruch.de.

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